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Inkontinenz

Harninkontinenz

Ungewollter Abgang von Urin, auch als Blasenschwäche bekannt, ist vor allem bei Frauen ein häufig auftretendes Problem. Der Prozentsatz inkontinenter Frauen liegt schätzungsweise zwischen 10 und 20 Prozent weltweit. Wobei nicht nur ältere Menschen davon betroffen sind, auch viele junge Frauen (z.B. nach Schwangerschaften) können unter Blasenschwäche leiden.
Auch bei Männern kann eine Form der Inkontinenz auftreten, z.B. nach der Entfernung der Prostata.
Der Leidensdruck ist für die Betroffenen im Allgemeinen sehr hoch und sie legen sich im Umgang mit dem Problem verschiedene Strategien zurecht.
Harninkontinenz ist kein eigenständiges Krankheitsbild, die Ursachen sind vielfältig und sollten in Absprache mit dem Hausarzt oder einer Fachschwester für Kontinenz und Stoma vom Gynäkologen oder Urologen abgeklärt werden.

Drang-Inkontinenz

Ist der unfreiwillige Harnabgang verbunden mit starkem Harndrang trotz funktionierenden Harnröhrenverschlusses. Die Drang-Inkontinenz macht ca. 20 – 25 Prozent aller Blasenentleerungsstörungen aus und tritt vor allem bei älteren Frauen auf. Normalerweise hat die Blase ein Fassungsvermögen von 300 – 500 ml. Wird diese Kapazität nicht trainiert, so kann die Blase kleiner werden. Der Harndrang tritt dann immer früher auf oder kann so plötzlich auftreten und so stark sein, dass sich die Blase spontan zusammenzieht und unaufhaltsam Urin entleert. Es gibt auch Mischformen von Drang- und Stressinkontinenz.

Therapie:
Kontinenztraining, Miktions- Toiletten- und Beckenbodentraining, Medikamente, Hormone, Elektrotherapie, gelegentlich Operation.

Stress-Inkontinenz

Hierbei handelt es sich um die häufigste Art der Inkontinenz, welche auch bei jüngeren Frauen vorkommen kann. Mit „Stress“ ist ein Druckanstieg in der Bauchhöhle gemeint, der bei Niesen, Husten, Lachen, Treppensteigen oder Hochheben einer Last auftritt und es zu einem
unfreiwilligen Harnabgang kommt. Normalerweise widersteht der Verschluss der Harnröhre dieser plötzlich auftretenden Druckerhöhung. Ursache ist vor allem bei Frauen eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur, z.B. durch Geburten, hormoneller und alterbedingter Veränderungen.
Beim Mann vor allem nach Verletzungen des Schließmuskels im Rahmen von Operationen an der Prostata. Die Harnblase funktioniert normal.

Therapie:
Beckenbodentraining, Gewichtsreduktion, Stuhlgangregulierung, Medikamente, Hormone je nach Schweregrad und Ausmaß kann auch eine Operation notwendig sein.

Überlauf-Inkontinenz

Die Überlaufinkontinenz ist eine Blasen-Entleerungsstörung. Sie tritt u.a. bei Abflusshindernis oder bei Muskelschwäche der Blase auf. Dabei ist die Blase ständig prall gefüllt, nur kleine Urinmengen gehen in unregelmässigen Abständen unkontrolliert ab, ohne dass die Blase vollkommen entleert wird. Ursachen können sein: Einengung der Harnröhre durch eine vergrößerte Prostata oder ein schwacher Blasenmuskel.

Therapie:
Zunächst Entlastung der übervollen Blase durch Einführen eines Katheters. In der Folge dann Therapie der zugrunde liegenden Ursache, entweder Kräftigung der Blase oder/und Beseitigung
des Abflußhindernisses.

Extraurethrale-Inkontinenz

Ensteht bei Harndrang durch andere Kanäle als die Harnröhre, entweder über Fistelbildung oder über eine angeborene Anomalie der Harnleitermündung.

Therapie:
Operation

Reflex-Inkontinenz

Ensteht, wenn Nervenbahnen und Nervenzentren, die für die willkürliche Blasenentleerung verantwortlich sind, geschädigt wurden bzw. ausfallen. Ursachen können sein:
Querschnittlähmung – die Blase der/des Betroffenen entleert sich reflektorisch ohne das ein Harndrang verspürt wird. Häufig ist die Blasenentleerung auch unvollständig (Restharn)

Therapie:
Medikamente, regelmäßige Blasenentleerung mittels Katheterisierung, Operation

Blasenentzündung, Harnwegsinfekt, Zystitis

Als Zystitis (auch Blasenentzündung, Harnwegsinfekt, Cystitis, Honeymoon-Zystitis, Flitterwochen-Cystitis, Flitterwochen-Entzündung) wird eine Entzündung der Harnblase ("untere Harnwegsinfektion") bezeichnet. Meist verläuft die Blasenentzündung aufsteigend, d.h. von der Harnröhre kommend durch Keime auf der Haut und in der Analgegend. Bei diesen Keimen handelt es sich zumeist um Darmbakterien: in acht von zehn Fällen verursacht Escherichia coli die Blasenentzündung. Es kommen aber auch andere Erreger wie Enterokokken, Staphylokokken, Streptokokken in Frage. Aufgrund der kürzeren Harnröhre kommt eine Blasenentzündung häufiger bei Frauen vor, außerdem leiden ältere Männer mit einer Prostatavergrößerung, infolge des nicht ablaufenden Restharns, an der Krankheit.

Die Flitterwoche-Cystitis (eng.: „HoneyMoon Cystitis“) ist eine Form der Blasenentzündung, die nach Geschlechtsverkehr auftreten kann. Allerdings handelt es sich hier nicht um eine Geschlechtskrankheit, vielmehr wird durch Geschlechtsverkehr das Risiko einer Blasenentzündung nur erhöht.

Weiterhin gibt es folgende (ätiologische) Formen der Zystitis: Strahlenzystitis (nach Strahlentherapie), Interstitielle Zystitis (IC) - eine chronische, nicht-bakterielle Blasenentzündung

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